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Karnevalverband Berlin-Brandenburg |
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| Originelle Bräuche in unserem KVBB |
Schlacht- (Narren-) Rufe im KVBBAus nicht mehr feststellbaren Gründen hat sich im Karneval und Fasching der DDR der Begriff "Schlachtruf statt Narrenruf, wie es allgemein heißt, eingebürgert. Sicher meinte man nicht das kriegerische Schlachtgetümmel oder einen bevorstehenden sportlichen Wettkampf, wofür man sich gegenseitig anfeuern musste. Aber ein närrisches Getümmel konnte so eine Veranstaltung zu den tollen Tagen schon sein.Was ist der Narren- oder Schlachtruf eigentlich? Mit freundlicher Genehmigung von Horst Blawitzki, Landesarchivar des VSC, zitieren wir hier aus seinem Heft "Alaaf- Helau- Oder was? Narrenrufe in Sachsen." (Schriftenreihe "Archiv- Blätter des VSC" Heft 1) Blawitzki beschreibt vieles, was wir auch bei uns in Berlin und Brandenburg kennen: "Das Lärmen ist eines der vier Grundelemente der Fastnacht und des Karnevals. Neben den instrumental erzeugten Klängen und Geräuschen der Fastnacht wie z.B. durch Glocken, Schellen, Rasseln, Musikinstrumente und anderen zur Erzeugung von Geräuschen geeigneten Gegenständen, gibt es noch eine Fülle vokaler Äußerungen, zu denen auch der Narrenruf, auch Schlachtruf genannt, gehört." Narren- und Schlachtrufe sind fastnachtliche und karnevalistische Symbole. Sie stellen eine Art Begrüßungsformel dar, die ausschließlich in der "fünften Jahreszeit" Verwendung findet. Karnevalisten verzichten in dieser Zeit auf das übliche "Guten Tag" oder "Grüß Gott" oder das moderne "Hallo" und begrüßen sich mit einer so genannten Wechselrede oder einem einzelnen sich wiederholenden Wort, dem Narrenruf, auch Schlachtruf genannt. Praktiziert wird diese spezielle Form der Begrüßung auch als reiner Lärmerzeuger bei Zusammenkünften, sowohl auf der Straße, als auch in geschlossenen Räumen. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, seit wann eigentlich Narrenrufe in der Fastnacht verwendet werden (Freudenschreie oder jubelnde Lautäußerungen, auch das Plärren und Schreien waren schon im Mittelalter üblich.) Bekannter sind heute die wortbildenden Narrenrufe "Alaaf" und "Helau", wobei das "Helau" auch bei uns in Brandenburg häufige Verwendung in verschiedenen Wortkombinationen findet. Das "Alaaf", später in der Wortkombination "Kölle-Alaaf" ist wohl der älteste nachweisbare Narrenruf. Das Wort "Alaaf" bedeutet hier etwa: "nichts geht über" und war damals eine allgemeine und zitierfähige Wendung, lange vor 1815 schon bekannt ("Alaaf für einen goten druncke"). Der Narrenruf "Alaaf" in der Wortkombination "Kölle-Alaaf" ist ab 1830 bekannt, wie für Aachen "Oochen- Alaaf" Das "Helau" ist ein Ausruf, der seinen Beleg in einer Tiroler Inschrift aus dem Jahre 1603 findet. Dieser Narrenruf, der aus Mainz und Düsseldorf bekannt geworden ist, etwa um 1830 dort eingebürgert, hat sich in den Folgejahren rasch verbreitet. Das Helau trat im 19. Jahrhundert - gemeinsam mit dem rheinischen Karneval - seinen Siegeszug nördlich des "Weißwurst-Äquators" in Deutschland an. Alaaf hingegen blieb in der Regel (Ausnahmen gibt es!) auf die beiden Städte begrenzt, die sich damit "über alles" fühlten. Was wird nun bei uns in Berlin und Brandenburg gerufen? Auch bei uns trifft zu, was Blawitzki für Sachsen feststellt. "Narrenrufe sind sehr vielfältig. Unstrittig ist, dass der sächsische Karneval in seiner Entwicklung durch den rheinischen Karneval beeinflusst worden ist. Dazu gehört auch der Narrenruf 'Helau'". Blawitzki unterscheidet verschiedene Arten (Gruppen) von Narrenrufen, was auch in unserem Gebiet des KVBB anzutreffen ist.
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| Berlin Brandenburger NarrenUmschau Informations- und Mitteilungsblatt des KVBB Herausgeber:Karnevalverband Berlin-Brandenburg |
Originelle Bräuche im KVBB: Das Abäschern Kanonenschießen Schlacht-(Narren-)Rufe im KVBB |
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