Ein bedeutender Meilenstein für den ostdeutschen Karneval
Mit großer Freude, Stolz und Dankbarkeit hat der Karnevalverband Berlin-Brandenburg im Bund Deutscher Karneval die Verleihung der Anerkennung des ostdeutschen Faschings, Karnevals und der Fastnacht als Immaterielles Kulturerbe des Freistaates Thüringen begleitet.
Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Erfolg das Ergebnis eines gemeinsamen Antrages aller ostdeutschen Karnevallandesverbände ist. Trägergruppen des Antrags sind der Karnevalverband Berlin-Brandenburg im Bund Deutscher Karneval e.V. (KVBB), der Karneval-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (KLMV), der Verband Sächsischer Carneval e.V. (VSC), der Landesverband Thüringer Karnevalsvereine e.V. (LTK) sowie der Karneval Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. Gemeinsam haben sie sich auf den Weg gemacht, die Geschichte, die Besonderheiten und die kulturelle Bedeutung des ostdeutschen Faschings, Karnevals und der Fastnacht sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren.
Für den KVBB ist diese Auszeichnung weit mehr als die Übergabe einer Urkunde. Sie würdigt das Engagement von Generationen von Karnevalistinnen und Karnevalisten, die das Brauchtum über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft getragen, bewahrt und weiterentwickelt haben. Gleichzeitig ist sie eine Anerkennung für die unzähligen Ehrenamtlichen, die in den Vereinen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft leben.
Die Anerkennung macht deutlich, welch tiefe historische Wurzeln der ostdeutsche Karneval besitzt. Seine Entwicklung reicht bis zu den Redouten und Maskenbällen des 18. Jahrhunderts zurück. Von den Höfen in Potsdam, Dresden, Weimar, Dessau, Gotha, Schwerin, Ludwigslust und anderen Residenzstädten verbreitete sich die Festkultur in die Städte und Dörfer der Region. Dort entstanden eigene Traditionen, die bis heute das Gesicht des ostdeutschen Karnevals prägen.
Besonders bemerkenswert ist, dass dieses kulturelle Erbe über politische Systeme, gesellschaftliche Veränderungen und wirtschaftlich schwierige Zeiten hinweg erhalten werden konnte. Viele Generationen haben dafür gesorgt, dass Bräuche, Tänze, Lieder, Rituale und Werte weitergegeben wurden. Dieses Engagement bildet das Fundament für das heutige Vereinsleben.
Mit rund 95.000 Aktiven in mehr als 930 Vereinen gehört der ostdeutsche Karneval heute zu den größten ehrenamtlich getragenen Kulturbewegungen in den neuen Bundesländern. Die Vereine bewahren dabei nicht nur Traditionen, sondern leisten einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander, die Kinder- und Jugendarbeit, die kulturelle Bildung und den Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden.
Die Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe ist deshalb nicht nur eine Würdigung des Erreichten, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft. Ziel bleibt es, das närrische Brauchtum lebendig zu halten, seine Geschichte zu erforschen und die Traditionen die nächsten Generationen weiterzugeben. Dazu gehören auch gemeinsame Projekte der ostdeutschen Landesverbände, die die Geschichte und Entwicklung des ostdeutschen Karnevals dokumentieren und sichtbar machen.
Der KVBB sieht in dieser Auszeichnung einen Erfolg aller Vereine und Verbände, die sich gemeinsam für die Anerkennung eingesetzt haben. Vor allem aber ist es ein Erfolg der vielen Tausend Ehrenamtlichen, die Jahr für Jahr mit großem Einsatz Veranstaltungen organisieren, Nachwuchs fördern, kulturelle Traditionen pflegen und den Karneval mit Leben erfüllen.
Ihnen allen gilt Dank und Anerkennung. Ohne ihr Engagement wäre die Bewahrung dieses einzigartigen kulturellen Erbes nicht möglich gewesen. Die Verleihung der Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe zeigt eindrucksvoll, dass der ostdeutsche Fasching, Karneval und die Fastnacht nicht nur Teil der Geschichte sind, sondern eine lebendige Tradition mit einer starken Zukunft. Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Signal für den weiteren Anerkennungsprozess auf Bundesebene, dessen Entscheidung mit großer Spannung erwartet wird.





