Gottesdienst in St. Hedwig: Jeder Mensch ist einzigartig – und gemeinsam entsteht Gemeinschaft
Ein besonderer und zugleich sehr eindrucksvoller Programmpunkt der 47. Präsidialtagung des Bundes Deutscher Karneval (BDK) war am Samstag, 29. August 2026, die „Bischofsmesse zur Präsidialtagung mit Kulturpreisverleihung 2026 des Bundes Deutscher Karneval“ in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Präsidialtagung feierte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch den Gottesdienst.
Im Mittelpunkt der Predigt stand ein Gedanke, der weit über den Gottesdienst hinauswirkte: Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder bringt seine eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen, Stärken und seine eigene Geschichte mit – und gerade aus dieser Verschiedenheit kann Gemeinschaft entstehen.
Wie passend diese Botschaft für den Karneval und seine vielen ehrenamtlich engagierten Menschen ist, wurde gerade in der neu gestalteten Kathedrale sichtbar. Denn ihre Architektur bringt diesen Gedanken auf besondere Weise zum Ausdruck.
Nach der umfassenden Umgestaltung gibt es im Kirchenraum bewusst keine fest eingebauten Kirchenbänke. Stattdessen stehen Stühle als einzelne Plätze erkennbar und bilden zusammen einen großen Kreis um den Altar.
Auch die Kuppel greift den Gedanken der Einzigartigkeit auf. Die individuell gestalteten und jeweils einmaligen Felder der Kuppel beschrieb Erzbischof Dr. Heiner Koch als Bild dafür, dass Menschen in ihrer Verschiedenheit unter der sie alle überspannenden Weite Gottes geborgen sind. Kein Feld gleicht völlig dem anderen – und dennoch bilden alle gemeinsam die große Kuppel.
Der mächtige helle Stein in Form einer Halbkugel am Altar im Zentrum der Kathedrale steht für Individualität und Gemeinschaft. Er entstand im Steingussverfahren aus vielen kleinen, von Menschen beigesteuerten Steinen – den sogenannten „lebendigen Steinen“. So trägt jeder einzelne Stein seine eigene Herkunft und Geschichte in sich und zusammen wurden sie zu einem neuen Ganzen.
Gerade darin lag eine starke Verbindung zur Botschaft des Gottesdienstes: Gemeinschaft verlangt keine Gleichförmigkeit. Sie lebt davon, dass Menschen unterschiedlich sind, ihre eigenen Geschichten mitbringen und dennoch miteinander etwas schaffen. Ein Gedanke, der auch Fasching, Fastnacht und Karneval prägt. Viele Vereine und Verbände, unterschiedliche regionale Traditionen, Generationen und Persönlichkeiten bilden gemeinsam die große Karnevalsfamilie.
Ein weiterer bewegender Moment des Gottesdienstes war die Fahnenweihe. Fahnen stehen seit Generationen für Verbundenheit, Tradition und Gemeinschaft. Sie begleiten Vereine bei festlichen ebenso wie bei nachdenklichen Anlässen und machen sichtbar, wofür Menschen gemeinsam einstehen. Ihre Weihe in der Sankt Hedwigs-Kathedrale verlieh diesem Symbol im Rahmen der Präsidialtagung eine besondere Bedeutung.
So wurde dieser Gottesdienst zu etwas Besonderem. Die Predigt, die Architektur der Kathedrale, die vielen „lebendigen Steine“ des Altars und die Fahnenweihe verbanden sich zu einer gemeinsamen Botschaft: Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll – und erst aus vielen Einzelnen entsteht eine starke Gemeinschaft.
Eine Botschaft, die sehr gut zum Selbstverständnis des Bundes Deutscher Karneval und seiner großen karnevalistischen Familie passt.
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